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DortMuT

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Selektiver Mutismus ist eine eher seltene Kommunikationsstörung, die im Kindesalter beginnt (Prävalenzrate etwa 0,7% bis 1%). Betroffene Personen schweigen in bestimmten sozialen Situationen, während sie in vertrauter Umgebung ganz unbefangen sprechen. Häufig ist der selektive Mutismus mit Ängstlichkeit und Rückzug verbunden.

 

Das Schweigen tritt oftmals erst im Kindergarten oder in der Schule deutlich in Erscheinung. Viele der betroffenen Kinder/Jugendlichen werden erst spät erkannt. Ihr konsequentes Schweigen wird leicht als Schüchternheit fehlinterpretiert. Eine frühzeitige Diagnose und Intervention sind wichtig, damit sich das schweigende Verhalten nicht weiter festigt. Die Auswirkungen auf die soziale und berufliche Entwicklung können gravierend sein. In seltenen Fällen bleibt das mutistische Schweigen bis ins Erwachsenenalter bestehen.

DortMuT ist ein integrativer Therapieansatz mit sprachtherapeutischen, psychodynamischen, kognitiv-behavioralen und systemischen Elementen. Seine Basis ist das Therapiekonzept für selektiv mutistische Kinder von Nitza Katz-Bernstein (erstmals 2005). Dieses wurde in den letzten Jahren über die klinische Arbeit mit betroffenen Personen im Sprachtherapeutischen Ambulatorium (SpA) der TU Dortmund ausdifferenziert und erweitert. Zielgruppe von DortMuT sind selektiv mutistische Kinder und Jugendliche sowie ihre Familien.

Ausgangspunkt von DortMuT ist die Annahme, dass jedem Menschen eine Motivation zur Kooperation und Kommunikation mit anderen Menschen angeboren ist (Tomasello, 2009). Von dieser kooperativen Bereitschaft wird auch bei jedem schweigenden Menschen ausgegangen. Ihm wird unterstellt, dass er grundsätzlich sprechen möchte – wenn er es könnte! Er möchte sich ebenso wie alle anderen Menschen als kommunikatives Wesen erfahren, das seine Intentionen und Befindlichkeiten mit Anderen sprachlich austauschen kann.


Theoretischer Hintergrund von DortMuT ist die sozial-interaktive/pragmatische Theorie des Spracherwerbs (Bruner, 1987; Nelson, 1985 und 1996: Tomasello, 2006 und 2009; Wygotsky, 1964). Demnach erfolgt der Spracherwerb durch wechselseitige Interaktionsprozesse mit bedeutsamen anderen Personen und abhängig von bedeutsamen Handlungszusammenhängen. DortMuT zielt also grundlegend auf die Gestaltung von für die schweigenden Kinder/Jugendlichen bedeutsamen Interaktionssituationen ab, in denen der/die TherapeutIn ein/eine bedeutsame InteraktionspartnerIn ist. Wichtig ist die Schaffung eines gemeinsamen emotionalen Hintergrundes (Tomasello, 2009), auf dessen Basis Fein- und Fernziele der Therapie nicht etwa von Anfang an vorgegeben sind, sondern im dynamischen Prozess miteinander ausgehandelt werden.

Fernziel von DortMuT ist nicht nur, dass das schweigende Kinder/der schweigende Jugendliche bald sprechen wird. Vielmehr soll er sich selbst als sozial kompetenter kommunikativer Akteur (Tomasello, 2009) erleben, der am sozialen, gesellschaftlichen und beruflichen Leben vollwertig partizipieren kann. Dieser Prozess kann ein durchaus längerer, von Stagnationen und Krisen gekennzeichneter Weg sein. Allerdings kann so der Therapieerfolg auch nachhaltig wirken.

Zentrale Elemente von DortMuT sind (1) die gezielte Gestaltung der therapeutischen Beziehung und (2) Vernetzung der Lebenskontexte des betroffenen Kindes/Jugendlichen.

Geschützte Ausgangsposition bildet der dyadische Kontext des therapeutischen Settings, das heißt der Kontakt zwischen Kind/Jugendlichem und TherapeutIn. Etwaige Anforderungen des Umfeldes (Eltern, Schule) werden in der Anfangsphase der Therapie bewusst außen vor gelassen. Erst mit zunehmenden kommunikativen Kompetenzen des Kindes/Jugendlichen werden nach und nach auch andere Personen in die Therapie einbezogen und der Sprechtransfer wird ins Außen gerichtet. Die nachhaltigsten Erfolge sind zu erzielen, wenn – im Idealfall – die unterschiedlichen sozialen Kontexte (etwa Schule, Familie, Freunde) des schweigenden Kindes/Jugendlichen miteinander kommunizieren und es/ihn so gemeinsam unterstützen.


Die Methoden von DortMuT lassen sich über maßgeblich drei Ansätze kennzeichnen:

  1.     spezifische therapeutische Interaktionsangebote zur Gestaltung der Beziehung
        zwischen Kind/Jugendlichem und TherapeutIn

  2.     Techniken einer ressourcenorientierten Verhaltensmodifikation oder
        kognitiv-behavioralen Methodik zum sukzessiven Sprech-/Sprachaufbau und
        zur Erweiterung der Sprechleistungen im sozialen Umfeld (Sprechtransfer) und

  3.     Elemente der systemischen Arbeit (Vernetzung und Beratung).


Die Prinzipien von DortMuT orientieren sich immer ressourcenorientiert am Selbstwirksamkeits-erleben des schweigenden Kindes/Jugendlichen. In der Anfangsphase der Therapie steht beispielsweise nicht das Sprechen, sondern vielmehr das Erleben des Kindes/Jugendlichen als erfolgreicher – auch nonverbaler – sozialer Akteur im Vordergrund. Als weiteres wichtiges Prinzip ist die Entwicklung von einem primär geschützten Setting in der Therapie hin zu sozialer Anforderung in Form von Transferarbeit zu nennen. Eine positive Unterstellung, dass das Sprechen irgendwann gelingen wird, vermittelt als durchgängiges Prinzip einen therapeutischen Optimismus, der als einer der wichtigsten Wirkfaktoren in der Behandlung gilt (Miller et al., 2000).

                       

(Quelle: www.spa.tu-dortmund.de/cms/spa/de/dortmuz/dortmut-therapie/index.html)



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